Schnell raus aus Domžale
Unseren Strohzopf beginnen wir auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums Mercator neben dem Sportpark Domžale z flechten. Inmitten des Parkplatzes steht ein hoher Fabrikschornstein aus Ziegeln . Was er wohl hier macht? Er erinnert an eine der zehn Strohfabriken in Domžale. Vom Parkplatz starten wir in Richtung Osten über den Fluss Kamniška Bistrica. Den Berg Šumberk, den Tivolipark von Domžale, umrunden wir auf der südöstlichen Seite unter den Baumkronen. Auf der Hauptstraße fahren wir auf einen Radweg , vorbei an einem Denkmal und über die Brücke über den Fluss Rača bis nach Podrečje, wo der Radweg leider endet . Die Zahlen auf dem Schild bezeichnen die Radtouren. Die Tour „Der Strohzopf" hat die Nummer 1, ansonsten ist sie nicht speziell markiert. Leere Heuharfen in Podrečje erinnern uns an vergangene Zeiten . In unserer Fahrtrichtung steht die Kirche des hl. Martin in Dob , zu unserer Linken können wir die Steiner Alpen bewundern .
Zwei Schlösser
Wir überqueren vorsichtig die breite verkehrsreiche Straße, die nach Količevo führt, und schon sind wir in Dob. Die Ortschaft bekam ihren Namen nach den Überflutungs-Eichenwäldern in der Tiefebene, ähnlich wie die Nachbarortschaft Želodnik. Heute sind von vier Wäldern nur noch einzelne Bäume übrig. Die alten Häuser in Dob lassen unsere Gedanken in das einstige Dorfleben schweifen . Die Vorfahrtsstraße führt nach Krtina, wir fahren allerdings geradeaus weiter und biegen beim Hydranten nach links ab . Die Hauptstraße in Richtung Trojane überqueren wir sehr vorsichtig. Wir radeln über ein Feld bis zum Schloss Češenik, das die Einheimischen Čemšenik nennen , . Das Schloss wird von Pflanzen und mächtigen Bäumen umgeben, die vom einst reichen Schlosspark übriggeblieben sind, sodass wir es anfangs gar nicht bemerken. Wie es wohl zu Zeiten aussah, als darin feine Schlossdamen herumspazierten? Und schon sind wir in Turnše . Am Ende der Ortschaft steht einsam das Schloss Črnelo, aber ohne Turm . Wer weiß, vielleicht gab es einst einen. Neben dem Schloss steht eine renovierte Kapelle und im Park dahinter ein schön gepflegter Fischteich .
Wo man gerne mahlte
Wir gelangen bald nach Radomlje, wo man einst gerne gemahlen und Zöpfe aus Stroh geflochten hat. Beim Kreisverkehr können wir im Gasthaus Šporn unseren Durst löschen. Die Königsmühle (Kraljev mlin) mahlt noch immer, nur das die Mühlsteine nicht mehr vom Wasser angetrieben werden. Die Mühlsteine im Kreisverkehr erinnern an vergangene Zeiten. Vor dem Kreisverkehr steht ein alter Bauernhof mit der Jahreszahl 1885 am Portal . Ein wenig vorne steht das alte, jedoch schön erneuerte Bauernhaus, in dem sich das Slowenische Haus befindet . Der Restaurator und Hersteller von Bio-Möbeln stellt dort eine interessante Sammlung aus , . Bei der Kirche der hl. Marjeta steht eine mächtige Linde, deren Stamm einen Durchmesser von etwa 5 m hat . Wenn wir sie uns von Nahem ansehen, bemerken wir, dass sie aus mehreren ineinander verwachsenen Lindenbäumen besteht. Wir fahren weiter in Richtung des Ortes Hudo. Man weiß nicht genau, wann der Ort seinen Namen bekam, aber wahrscheinlich muss es damals wirklich „hudo" (zu Deutsch: schlimm) gewesen sein. Die gepflegten Gärten um die Häuser zeugen vom Einfluss des Arboretums in Volčji Potok.
In Richtung Volčji Potok
Wie träumerisch die Gegend ist, durch die wir fahren . Interessant ist das Gasthaus und die Galerie Repanšek zu unserer Linken . Geradeaus führt die Straße in die Siedlung Rudnik , wir biegen jedoch nach links zum Golfplatz Arboretum ab, das inmitten eines hügeligen Waldgebiets liegt . Wir fahren am Arboretum entlang hinab zur Siedlung Volčji Potok . Der Ort soll seinen Namen nach den Wölfen (volk) bekommen haben, die in den umliegenden Wäldern gelebt haben sollen. Für die Besichtigung des Arboretums benötigt man einige Stunden. Wir fahren in Richtung Radomlje auf einer ziemlich verkehrsreichen Straße, wo unsere Geschwindigkeit von Bremsschwellen beschränkt wird. An der Straße gibt es mehrere Gelegenheiten, um wieder zu Kräften zu kommen , . Beim Kreisverkehr in Radomlje biegen wir nach rechts ab, überqueren den Fluss Kamniška Bistrica und schon sind wir in Homec.
Auffahrt zum Aussichtspunkt Homec
In der Ferne sehen wir bereits den Kirchturm auf dem Berg Homec, der über die Baumkronen emporragt . Vor der Kurve steht eine ungewöhnliche Kapelle in Pyramidenform . Wir fahren entlang des südlichen Randes von Homec – einem Auslieger auf dem Mengeš-Feld. Bei der Kapelle biegen wir scharf nach rechts ab, vorbei an einem Brunnen . Wir „filtrieren" unsere Lungen und strecken unsere Beine aus, da die Gotteswege ziemlich steil sind.... Während wir in niedrigere Gänge schalten, lauschen wir dem Brummen der Bienen aus dem nahegelegenen Bienenstock. Auf dem ersten Plateau steht eine Kapelle und links die Villa Pirnat , ein Werk des Meisters Jože Plečnik. Es sind nur noch wenige Kurven bis zur Kirche der hl. Maria . Vom bewaldeten Gipfel haben wir einen schönen Ausblick auf die Steiner Alpen und das Becken von Ljubljana im Süden . Danach fahren wir denselben Weg zurück zum Mengeš-Feld.
Über das Mengeš-Feld
Bei der Ampel lockt das alte Gasthaus Repanšek . Beim ungesichertem Bahnübergang biegen wir nach rechts auf eine schlechte Schotterstraße ab. Besonders vorsichtig müssen wir bei der Überquerung der Hauptstraße Mengeš-Kamnik sein. Am besten ist es, wenn wir dieses Manöver zu Fuß ausführen. Die Trasse führt zwischen Getreidefeldern , die in der Vergangenheit die Entwicklung des Strohhut-Handwerkes ermöglichten. Das flechten von Zöpfen aus Stroh war in den vergangenen Jahrhunderten in dieser Gegend ein bedeutendes Gewerbe. Es gab den Menschen Brot, verband sie und bot ihnen die Möglichkeit zum geselligen Beisammensein.
Während die Gedanken noch den Zopf flechten, ist das Fahrrad schon in Mengeš. Wir überqueren den Kanal Pšata, der zur Entlastung bei Hochwasser errichtet wurde. Bei der Kapelle hinter der Brücke biegen wir nach links ab und fahren am Kanal entlang. Bei der nächsten Brücke fahren wir geradeaus über die Straße, wo die Fahrt für KFZ verboten ist . Durch die Stadt geht es geradeaus weiter, wir müssen jedoch an den Kreuzungen vorsichtig sein! Am Ende von Mengeš geht die Asphaltstraße in einen gut gepflegten Schotter-Radweg über . Um die Umfahrungsstraße leichter zu überqueren, wurde hier eine Ampel angebracht. Wir wünschen uns noch mehr solcher Überraschungen. Vorbei an der Pestsäule kommen wir zur alten Lindenallee , wo es nie an Spaziergängern und Radfahrern mangelt. Durch die Allee kommen wir zur Kirche des hl. Hermagoras und Fortunatus , die zu den prächtigsten Denkmälern der Barockkunst in Slowenien gehört. Von der Kirche zur Bahnstation Rodica führt eine jüngere Lindenallee.
Schon wieder in Domžale
Den nördlichen Teil des Zopfes haben wir schon geflochten, nun ist der südliche an der Reihe. Wir überqueren vorsichtig die Umfahrungsstraße in Domžale. Bei der Überquerung der südlichen Einfallstraße in Domžale bemerken wir zu unserer Linken das Kulturheim Franc Bernik , eines der schönsten Jugendstil Gebäude in Slowenien, das im Jahr 1910 gebaut wurde. Am Feuerwehrhaus vorbei fahren wir in eine Einbahnstraße, deswegen müssen wir vorsichtig sein. Auf dem Hügel erblicken wir die Kirche Mariä Himmelfahrt . Wir überqueren die Bahnstrecke und gelangen zum Hofgut Menačenko bzw. Museumshaus . In Študa, das heute ein Teil von Domžale ist, steht an der Kreuzung eines der ältesten Häuser in Domžale – das Markus-Haus . Das Haus ist aus Holz gebaut , mit kleinen Fenster, die mit eisernen Fenstergittern geschützt sind . Am Feuerwehrhaus und Sägewerk vorbei, biegen am Ende von Študa auf eine für Radfahrer gedachte Schotterstraße ab.
Auf der Ebene von Domžale
Entlang der Straße begleiten uns die Überreste der einst mächtigen Eichenwälder. In Šentpavel begrüßt uns die Kirche des hl. Paul und am Anfang von Dragomlje eine Kapelle und mächtige Weiden . Inmitten der Siedlung biegen wir nach links ab, zwischen zwei verfallenden, alten Häusern auf eine schmalere Straße . Die Autobahn überqueren wir in Pšata. Beim Radeln durch diese Dörfer vergessen wir leicht, dass wir uns nur einige Kilometer von Ljubljana weg befinden. Die ländliche Gegend hat sich zwar schon beträchtlich verändert, trotzdem spürt man noch auf jedem Schritt die rurale Vergangenheit dieser Region. Beim kleinen Kreisverkehr in Bišče biegen wir in Richtung Mala Loka ab . In der Dorfmitte sehen wir zu unserer Linken eine Reihe von gelben Gebäuden mit einer Kapelle in der Mitte – das Kloster der Schwestern des hl. Kreuzes . Von Mala Loka fahren wir entlang des Flusses Mlinščica bis zur Autobahnüberführung, wo wir unsere Tour auf dem Rad- und Wanderweg Zelena os (zu Deutsch: die grüne Achse) an der Kamniška Bistrica entlang fortsetzen. Beim Kreuzweg biegen wir nach links ab , fahren durch den Sportpark und kommen wieder zum Ausgangspunkt. Der Zopf ist geflochten, die Strohhut-Tradition lebt weiter.